Was sind Knock-Out-Zertifikate?
Mit Knock-Out-Zertifikaten – auch Turbo-Zertifikate oder Knock-Out-Derivate genannt – lassen sich schnell große Gewinne oder Verluste realisieren. Anleger spekulieren dabei auf Basis der Kursentwicklung einer einzelnen Aktie, des gesamten DAX oder des Verhältnisses von zwei Währungen. Im Vergleich zu herkömmlichen Wertpapieren und Direktinvestments lassen sich mit Turbo-Zertifikaten überdurchschnittliche Gewinne – aber auch Verluste – erzielen.
Verlustrisiko und Gewinnchance sind aufgrund der Hebelwirkung dieser Anlagen besonders hoch. Die Hebelwirkung wirkt sich besonders stark auf Knock-Out-Zertifikate aus, weil nur ein Teil des Kapitals benötigt wird, um von der positiven oder negativen Wertentwicklung zu profitieren.
Knock-Out-Schwelle, Basiswert und Hebel
Ein zentrales Element von Knock-Out-Zertifikaten ist die sogenannte Knock-Out-Schwelle. Diese bestimmt zum einen, wie hoch der Hebel ist, und zum anderen, bei welcher Kursentwicklung das Zertifikat automatisch verfällt. Knock-Out-Schwelle, Basiswert der Aktie und Hebel entscheiden über den Gewinn oder Verlust der Investition.
Beim Erwerb eines Turbo-Zertifikats wird zunächst eine Knock-Out-Schwelle festgelegt. Sobald der Basiswert der Aktie diese Schwelle überschreitet oder darunter fällt – je nachdem, ob auf einen steigenden oder sinkenden Kurs gesetzt wurde – verfällt das Zertifikat. Der Anleger erleidet dann einen Totalverlust.
Wie funktionieren Knock-Out-Zertifikate? Formel und Beispielrechnung
Knock-Out-Zertifikate funktionieren auf Basis eines Hebels (Leverage-Effekt). Dieser sorgt dafür, dass bereits kleine Kursbewegungen des Basiswerts zu überproportionalen Gewinnen führen. Genauso können minimale Kursschwankungen aber auch einen Totalverlust zur Folge haben. Das funktioniert wie folgt:
Liegt der Basiswert bzw. Eröffnungskurs einer Aktie beim Erwerb bei 60 Euro, beträgt die Eröffnungsgebühr im herkömmlichen Aktienhandel auch 60 Euro. Die Kosten des Knock-Out-Zertifikats hängen davon ab, wo die Knock-Out-Schwelle liegt. Wählt man eine Schwellenwert von 40 Euro, liegen die Kosten des Zertifikats bei 20 Euro. Dieser Wert ergibt sich aus der Rechnung:
Basiswerts – Knock-Out-Schwelle = Eröffnungsgebühr des Knock-Out-Zertifikats
Steigt der Kurs um 10 Euro an, beträgt der Gewinn im Aktienhandel 17 Prozent. Mit einem Knock-Out- Derivat liegt der Gewinn bei 50 Prozent.
Wenn der Kurs in diesem Beispiel hingegen um 20 Euro fallen würde und die Knock-Out-Schwelle erreicht, käme es zum Totalverlust.
Call-/Long-Zertifikate und Put-/Short-Zertifikate
Da man mit Knock-Out-Zertifikaten auf den Anstieg sowie auf den Verlust eines Basiswerts setzen kann, wird zwischen den verschiedenen Anlagen unterschieden:
- Long-Knock-Outs / Call-Zertifikate: Anleger setzen auf einen positiven Kurs und Gewinne entstehen, wenn der Basiswert steigt. Die Knock-Out-Schwelle liegt unter dem anfänglichen Basiswert.
- Short-Knock-Outs / Put-Zertifikate: Anleger spekulieren auf eine negative Kursentwicklung. Gewinne entstehen, wenn der Basiswert sinkt, und die Knock-Out-Schwelle liegt oberhalb des Ausgangspunkts des Basiswerts.
Durch diese zweiteilige Struktur können Anleger sowohl von steigenden als auch von fallenden Märkten profitieren. Das macht Knock-Out-Derivate besonders attraktiv, aber auch riskant.
Vorteile und Risiken von Knock-Out Zertifikaten
Knock-Out-Zertifikate sind eine sehr spekulative Anlageform. Sie bieten Anlegern zwar praktische Vorteile, aber gehen auch mit einem hohen Verlustpotenzial einher.
Vorteile für Anleger
Knock-Out-Zertifikate bieten einige interessante Chancen und Vorteile gegenüber herkömmlichen Investitionen:
- Mehr Handlungsspielraum: Anleger haben die Wahl, ob sie auf eine positive oder negative Marktentwicklung spekulieren möchten.
- Hohe Gewinne: Dank der Hebelwirkung sind besonders hohe Gewinne möglich, aber nicht ohne maßgeblichen Risikofaktor.
- Einfacher Einstieg: Um in Knock-Out-Zertifikate zu investieren, muss meist nur wenig Kapital angelegt werden.
Risiken und Verlustpotenziale
Wer in Knock-Out-Zertifikate anlegt, muss sich allerdings auch auf erhebliche Risiken einstellen. Das betrifft insbesondere die folgenden Aspekte:
- Totalverluste: Wird die Knock-Out-Schwelle erreicht, verlieren Anleger ihre gesamte Investition unmittelbar.
- Volatilität: Kurse können stark schwanken und das Verlustrisiko bei dieser Anlageform enorm erhöhen.
- Unvorhersehbare Marktbewegungen: Besonders unerfahrene Anleger unterschätzen häufig das Risiko für überraschende Marktschwankungen.
Betrugsgefahr im Handel mit Knock-Out-Zertifikaten
Der Handel mit Knock-Out-Zertifikaten findet in der Regel online statt. Genau hier lauern Risiken durch unseriöse Anbieter. Anleger sollten daher ausschließlich auf geprüfte Anbieter zurückgreifen und Angebote kritisch prüfen, bevor sie ihr Geld anlegen. Falls Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, prüft unsere Kanzlei, ob eine Möglichkeit besteht, Ihre verlorenen Gelder zurückzugewinnen.
Rechtliche Hilfe für Betrugsopfer von Engelhard, Busch & Partner
Im Falle eines Betrugs im Handel mit Knock-Out-Zertifikaten steht Ihnen die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner beratend zur Seite. Unsere Kanzlei ist auf Internetbetrug und Anlagebetrug spezialisiert und hilft Betroffenen, indem sie:
- die Rechtslage prüft,
- zur Rückgewinnung verlorener Gelder ermittelt,
- Optionen zur Anzeige und Klage eröffnet.
Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung im Kapitalmarktrecht und fachlicher Kompetenz im Bereich des Internetbetrugs. Stehen Sie für Ihre Ansprüche und Rechte ein – effektiv, diskret und mit kompetenter Unterstützung.



