Steigende Zinsen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich viele Anleger wieder verstärkt für Festgeld– und Tagesgeldanlagen interessieren. Gleichzeitig nutzen jedoch auch unseriöse Anbieter die hohe Nachfrage aus. Im Zusammenhang mit der Plattform festgeld-anfrage.com stellen sich verschiedene Fragen hinsichtlich der Seriosität des Angebots. Anleger sollten daher besonders aufmerksam prüfen, wem sie ihr Kapital anvertrauen.
Auf der Internetseite wirbt festgeld-anfrage.com damit, die attraktivsten Festgeldangebote führender europäischer Banken zu vergleichen und zu vermitteln. Hervorgehoben werden Zinssätze von bis zu 4,50 % pro Jahr sowie die angebliche EU-Einlagensicherung. Darüber hinaus werden Anlageberatung und Vermögensverwaltung angeboten.
Doch bei näherer Betrachtung ergeben sich zahlreiche Auffälligkeiten, die Anlass zu erheblicher Kritik geben.
Ein besonders wichtiger Aspekt bei der Beurteilung der Seriosität eines Finanzanbieters ist die Frage, ob die erforderlichen behördlichen Erlaubnisse vorliegen.
Nach deutschem Recht können bestimmte Finanz- und Bankdienstleistungen nur mit einer Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erbracht werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Gelder von Anlegern entgegengenommen oder Finanzdienstleistungen erbracht werden.
Nach den vorliegenden Informationen verfügt festgeld-anfrage.com über keine Erlaubnis der BaFin. Dies ist ein Umstand, den Anleger keinesfalls ignorieren sollten. Wer ohne die erforderliche Zulassung Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen anbietet, kann gegen aufsichtsrechtliche Vorschriften verstoßen.
Gerade bei Festgeldanlagen sollten Anleger stets prüfen, ob sie tatsächlich ein Konto direkt bei einer regulierten Bank auf ihren eigenen Namen eröffnen oder ob Gelder zunächst an andere Stellen überwiesen werden sollen. In zahlreichen Betrugsfällen der vergangenen Jahre wurden Anleger dazu veranlasst, Überweisungen auf Konten vorzunehmen, die nicht auf ihren Namen lauteten.
Weitere Zweifel an der Seriosität ergeben sich aus den Angaben im Impressum.
Dort wird als Anbieterin lediglich eine „Festgeld Anfrage“ genannt. Auffällig ist, dass keine Rechtsform angegeben wird. Nach den vorliegenden Erkenntnissen existiert in Berlin keine entsprechende Gesellschaft. Ebenso konnte eine Eintragung einer solchen Firma im Handelsregister nicht festgestellt werden.
Für Anleger ist Transparenz ein entscheidendes Kriterium. Seriöse Finanzdienstleister geben regelmäßig ihre vollständige Firmierung, Rechtsform, Handelsregisternummer und weitere Identifikationsdaten an. Fehlen solche Angaben oder lassen sie sich nicht überprüfen, sollten Anleger besondere Vorsicht walten lassen.
Ein weiterer Gesichtspunkt betrifft die Internetpräsenz selbst.
Die Domain festgeld-anfrage.com soll erst seit kurzer Zeit registriert sein. Zudem wurden offenbar Maßnahmen ergriffen, um die Identität der tatsächlichen Betreiber zu verschleiern. Der Einsatz von Anonymisierungsdiensten bei der Domainregistrierung ist zwar nicht grundsätzlich rechtswidrig, kann jedoch in Kombination mit weiteren Auffälligkeiten ein zusätzliches Warnsignal darstellen.
Unsere Erfahrungen aus zahlreichen Fällen des Anlagebetruges zeigen, dass betrügerische Plattformen häufig nur kurze Zeit aktiv sind. Nach einer gewissen Phase der Kundengewinnung verschwinden die Betreiber oftmals wieder vom Markt oder wechseln auf neue Internetseiten.
Sollte sich herausstellen, dass Finanzdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis erbracht wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatzansprüche bestehen.
In Betracht kommen insbesondere Ansprüche wegen unerlaubter Bankgeschäfte oder unerlaubter Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus können Schadensersatzforderungen wegen Betruges bestehen, wenn Anleger durch falsche Angaben über den Anbieter, die Geschäftstätigkeit oder die Verwendung der eingezahlten Gelder getäuscht wurden.
Die konkrete rechtliche Bewertung hängt stets von den Umständen des Einzelfalls ab. Wichtig ist jedoch, dass Betroffene möglichst frühzeitig handeln.
In der anwaltlichen Praxis begegnen uns immer wieder Fälle, in denen vermeintliche Festgeldportale mit bekannten Banken werben oder den Eindruck erwecken, als würden sichere und regulierte Anlageprodukte vermittelt.
Viele geschädigte Anleger berichteten, dass sie zunächst professionelle Unterlagen, Verträge und Ansprechpartner erhalten hätten. Erst später stellte sich heraus, dass die angeblichen Festgeldverträge tatsächlich nicht von den genannten Banken stammten.
Besonders problematisch war in zahlreichen Fällen, dass die Anlagesummen auf Konten überwiesen wurden, die nicht den Anlegern selbst oder den beworbenen Banken zugeordnet werden konnten. Sobald Auszahlungen verlangt wurden, traten Schwierigkeiten auf oder der Kontakt brach vollständig ab.
Solche Erfahrungen verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Prüfung vor einer Investition ist.
Wer bereits Geld über festgeld-anfrage.com investiert hat, sollte insbesondere folgende Punkte überprüfen:
Bereits einzelne Auffälligkeiten können Anlass sein, die Angelegenheit anwaltlich prüfen zu lassen.
Die fehlende BaFin-Lizenz, die Unklarheiten hinsichtlich der Anbieteridentität, die fehlende Transparenz im Impressum sowie die kurze Existenzdauer der Webseite geben Anlass zu erheblichen Zweifeln. Ob festgeld-anfrage.com seriös ist, lässt sich anhand dieser Umstände derzeit zumindest kritisch hinterfragen.
Anleger sollten bei Festgeld- und Tagesgeldangeboten stets besondere Vorsicht walten lassen und sich nicht allein von hohen Zinssätzen oder Werbeaussagen überzeugen lassen. Gerade im Bereich des Online-Anlagebetrugs werden vermeintlich sichere Festgeldanlagen immer wieder als Lockmittel eingesetzt.
Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrungen im Bank- und Kapitalmarktrecht sowie bei der Vertretung geschädigter Anleger in Fällen des Anlagebetruges.
Wenn Sie bei festgeld-anfrage.com investiert haben, Probleme bei der Auszahlung Ihrer Gelder feststellen oder Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Angebots haben, können Sie Ihre Ansprüche anwaltlich prüfen lassen. Kontaktieren Sie uns hierzu gerne.
Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, sollten Sie sich schnellstmöglich rechtsanwaltliche Unterstützung suchen. Wir unterstützen Sie – kontaktieren Sie uns!
Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, sollten Sie sich schnellstmöglich rechtsanwaltliche Unterstützung suchen. Gemeinsam werden wir versuchen, Ihre Interessen zu vertreten und mögliche Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Als Anwälte für Anlagerecht beraten wir Sie gerne ausführlich – kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies erstes Gespräch.