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aiwallets – Warnung der BaFin

Die Handelsplattform aiwallets auf der Domain ai-wallet.org wirbt mit einer professionellen Vermögensverwaltung für Kryptowährungen und Fiat-Assets sowie einem KI-gestützten Handel – Anleger sollten jedoch besonders aufmerksam sein, denn die BaFin warnt vor den Angeboten auf ai-wallet.org und vor Produkten mit der Bezeichnung „TradiasWallet“.

Nach den Angaben auf der Webseite soll die Plattform unter anderem moderne Technologien einsetzen, um Anlegern den automatisierten Handel mit digitalen Vermögenswerten zu ermöglichen. Dabei wird unter anderem auf den sogenannten „FusionBot“ verwiesen. Dieser soll mithilfe künstlicher Intelligenz die Finanzmärkte analysieren und durch Arbitrage-Strategien automatisch Renditen erwirtschaften.

Was zunächst technisch fortschrittlich und professionell erscheinen mag, wirft bei näherer Betrachtung erhebliche rechtliche Fragen auf. Insbesondere fehlt nach den Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eine erforderliche Erlaubnis. Für Anleger stellt sich daher die wichtige Frage: Ist aiwallets seriös oder handelt es sich um ein unerlaubtes Finanzangebot?

Oliver Busch, Rechtsanwalt

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BaFin warnt vor ai-wallet.org

Die BaFin warnt vor Angeboten auf der Webseite ai-wallet.org sowie vor Produkten mit der Bezeichnung „TradiasWallet“. Nach den Feststellungen der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte sowie Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten.

Eine solche Warnung sollte von Anlegern sehr ernst genommen werden. Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen dürfen in Deutschland grundsätzlich nicht ohne die hierfür erforderliche aufsichtsrechtliche Erlaubnis angeboten werden.

Gerade bei Online-Handelsplattformen ist deshalb nicht allein entscheidend, wie professionell eine Webseite gestaltet ist oder welche Renditen in Aussicht gestellt werden. Anleger sollten vielmehr überprüfen, wer tatsächlich hinter der Plattform steht und ob das Unternehmen über die notwendigen Genehmigungen verfügt.

Keine Erlaubnis der BaFin

Nach den vorliegenden Informationen verfügt aiwallets über keine entsprechende Erlaubnis der BaFin. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn über die Plattform Finanzinstrumente, CFDs, Forex-Produkte oder Kryptowerte angeboten beziehungsweise entsprechende Dienstleistungen erbracht werden.

Werden beispielsweise Forex-Geschäfte als Handelsmöglichkeit angeboten, kann dies unter bestimmten Voraussetzungen eine erlaubnispflichtige Wertpapierdienstleistung darstellen. Für bestimmte Formen des Eigenhandels sieht das Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) entsprechende aufsichtsrechtliche Anforderungen vor.

Auch für Anbieter von Dienstleistungen rund um Kryptowerte bestehen mittlerweile umfangreiche regulatorische Vorgaben. Die europäische Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) regelt verschiedene Kryptowerte-Dienstleistungen. Je nach konkreter Tätigkeit kann hierfür eine entsprechende Erlaubnis erforderlich sein.

Für Anleger bedeutet dies: Eine fehlende Erlaubnis ist ein erhebliches Warnsignal und sollte vor einer Einzahlung unbedingt überprüft werden.

Identitätsdiebstahl als weiteres Warnsignal

Besonders problematisch erscheint nach den Angaben der BaFin die Verwendung des Namens der „Tradias GmbH“ mit Sitz in Frankfurt am Main.

Nach den Feststellungen der Finanzaufsicht stammen die auf ai-wallet.org angebotenen Dienstleistungen gerade nicht von der tatsächlich existierenden „Tradias GmbH“. Vielmehr soll deren Identität missbräuchlich verwendet werden.

Ein solcher Identitätsdiebstahl ist ein erhebliches Warnsignal für Anleger. Die Verwendung des Namens eines tatsächlich existierenden Unternehmens kann dazu dienen, bei potenziellen Kunden den Eindruck zu erwecken, hinter dem Angebot stehe ein etabliertes und reguliertes Finanzunternehmen.

Zwischen der Plattform aiwallets beziehungsweise ai-wallet.org und der tatsächlich existierenden Tradias GmbH sollen nach den vorliegenden Informationen keine entsprechenden Zusammenhänge bestehen.

Anleger sollten deshalb bei der Prüfung einer Handelsplattform nicht allein darauf vertrauen, dass auf deren Webseite der Name eines bekannten Unternehmens genannt wird. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die behauptete Geschäftsbeziehung anhand unabhängiger und offizieller Quellen nachvollziehen lässt.

Auch das Alter der verwendeten Domain kann bei der Beurteilung der Plattform von Bedeutung sein. Nach den vorliegenden Informationen wurde die Domain ai-wallet.org erst im Jahr 2026 registriert.

Dies steht zumindest erklärungsbedürftig im Zusammenhang mit der behaupteten Verbindung zu der Tradias GmbH, die bereits seit 2024 besteht.

Das Domainalter allein beweist zwar noch keinen Betrug. In Verbindung mit einer fehlenden Erlaubnis, einer BaFin-Warnung und der mutmaßlich unberechtigten Verwendung des Namens eines anderen Unternehmens ergibt sich jedoch ein Gesamtbild, das Anleger besonders vorsichtig machen sollte.

Oliver Busch, Rechtsanwalt

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Was können Anleger tun?

Wer im Internet nach aiwallets Erfahrungen oder aiwallets Kritik sucht, sollte sich nicht ausschließlich auf Erfahrungsberichte auf der Plattform selbst oder auf vermeintliche Kundenbewertungen verlassen.

Bei Online-Handelsplattformen können positive Erfahrungsberichte oder angebliche Erfolgsgeschichten gezielt eingesetzt werden, um Vertrauen aufzubauen. Aussagekräftiger sind deshalb objektiv überprüfbare Informationen: Wer ist der Betreiber? Wo befindet sich dessen Sitz? Welche Behörde ist für die Regulierung zuständig? Verfügt das Unternehmen tatsächlich über eine entsprechende Erlaubnis?

Im Fall von aiwallets ist insbesondere die Warnung der BaFin zu berücksichtigen. Wer bereits Geld eingezahlt hat und anschließend Schwierigkeiten bei der Auszahlung seines Guthabens feststellt, sollte die Angelegenheit deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wer bei aiwallets beziehungsweise über ai-wallet.org Geld investiert oder Kryptowährungen übertragen hat, sollte zunächst sämtliche Unterlagen und Kommunikationsvorgänge sichern. Dazu gehören insbesondere:

  • Kontoauszüge und Zahlungsbelege,
  • Überweisungsdaten und verwendete Bankverbindungen,
  • E-Mails und Nachrichten mit den angeblichen Mitarbeitern,
  • Chatverläufe,
  • Screenshots des Kundenkontos,
  • Angaben zu den verwendeten Wallets und Transaktionen,
  • Verträge und sonstige Dokumente,
  • Informationen über angebliche Gebühren oder Steuern, die für eine Auszahlung verlangt wurden.

Auch bei bereits erfolgten Auszahlungen oder scheinbaren Gewinnen sollte geprüft werden, ob die Geschäftsabläufe tatsächlich nachvollziehbar sind.

Was tun bei einem Anlageverlust durch aiwallets?

Bei einem unerlaubten Betrieb erlaubnispflichtiger Wertpapierdienstleistungen können – abhängig von der konkreten Tätigkeit, dem tatsächlichen Betreiber und den Umständen des Einzelfalls – Schadensersatzansprüche in Betracht kommen.

Insbesondere kann eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit einem einschlägigen Schutzgesetz zu prüfen sein. Auch bei unerlaubt erbrachten Kryptowerte-Dienstleistungen können sich je nach Sachverhalt gesetzliche Ansprüche ergeben.

Darüber hinaus kommen bei einer möglichen Täuschung über die Identität des Betreibers, eine angebliche Regulierung oder die Sicherheit der Anlage weitere Ansprüche aus unerlaubter Handlung in Betracht.

Welche Ansprüche tatsächlich bestehen und gegen welche Personen oder Unternehmen diese durchgesetzt werden können, lässt sich allerdings nur anhand der konkreten Unterlagen und Zahlungswege beurteilen.

Wenn Sie über ai-wallet.org Geld eingezahlt haben und nun Probleme mit der Auszahlung haben, sollten Sie möglichst zeitnah rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihnen weitere Zahlungen als Voraussetzung für eine Auszahlung abverlangt werden.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner berät geschädigte Anleger unter anderem bei Fällen im Zusammenhang mit Online-Handelsplattformen, CFDs, Forex und Kryptobetrug. Wir prüfen anhand der vorhandenen Unterlagen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen und gegen welche Beteiligten Ansprüche geltend gemacht werden können.

Wenn Sie bei aiwallets investiert haben und Zweifel an der Seriosität der Plattform bestehen oder Ihr Guthaben nicht ausgezahlt wird, lassen Sie den Sachverhalt rechtlich prüfen. Kontaktieren Sie uns gerne. 

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