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finanzsparer.com (ZinsKompass Europa) – unseriöse Festgeldangebote

Festgeld und Tagesgeld gelten bei vielen Anlegern als besonders sichere Anlageformen. Doch gerade dieses Sicherheitsversprechen machen sich zunehmend Anbieter zunutze, die mit vermeintlich attraktiven Zinsen und der Vermittlung europäischer Banken um das Vertrauen von Anlegern werben. Bei der Plattform finanzsparer.com, die unter der Bezeichnung „ZinsKompass Europa“ auftritt, bestehen nach den vorliegenden Informationen erhebliche Zweifel an der Seriosität des Angebots.

Auf der Internetseite finanzsparer.com wird Anlegern unter anderem versprochen, kostenlos und unverbindlich bis zu drei Festgeldangebote ausgewählter europäischer Banken zu erhalten. Die Angebote sollen individuell auf die gewünschte Anlagesumme und Laufzeit abgestimmt werden.

Dabei wird der Eindruck vermittelt, dass Anleger durch die Einschaltung von ZinsKompass Europa nicht selbst nach geeigneten Banken suchen müssen. Die Plattform stellt eine individuelle Auswahl passender Festgeldlösungen in Aussicht und bietet nach eigener Darstellung Unterstützung während des gesamten Anlageprozesses.

Gerade für Anleger, die ihr Geld vermeintlich sicher und zu attraktiven Zinsen anlegen möchten, kann ein solches Angebot zunächst seriös wirken. Auch die Darstellung als Vermittler ausgewählter europäischer Banken kann bei Interessenten zusätzliches Vertrauen schaffen.

Bei einer genaueren Betrachtung ergeben sich allerdings erhebliche Warnsignale.

Oliver Busch, Rechtsanwalt

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BaFin warnt vor finanzsparer.com

Besonders relevant ist eine Warnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Nach den vorliegenden Informationen warnt die BaFin vor der Webseite finanzsparer.com sowie vor E-Mails von den zugehörigen Domains. Nach den Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden dort Festgeldanlagen angeboten, obwohl die hierfür erforderliche Erlaubnis nicht vorliegen soll.

Eine solche Warnung sollte von Anlegern unbedingt ernst genommen werden.

Wer in Deutschland bestimmte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen gewerbsmäßig anbietet, benötigt grundsätzlich die hierfür erforderliche aufsichtsrechtliche Erlaubnis. Anleger sollten deshalb nicht allein auf die professionelle Gestaltung einer Internetseite, angebliche Kooperationen mit Banken oder telefonisch erteilte Auskünfte vertrauen.

finanzsparer.com bzw. ZinsKompass Europa verfügt nach den vorliegenden Informationen über keine entsprechende Genehmigung der BaFin.

Für Anleger stellt sich deshalb insbesondere die Frage, ob tatsächlich eine Festgeldanlage bei der genannten Bank zustande gekommen ist oder ob die überwiesenen Gelder möglicherweise an eine andere Stelle gelangt sind.

Erfahrungen mit finanzsparer.com: Welche Kritik gibt es?

Wer nach Erfahrungen mit finanzsparer.com oder nach Kritik an ZinsKompass Europa sucht, sollte nicht nur Kundenbewertungen oder Erfahrungsberichte im Internet betrachten. Entscheidend sind vielmehr objektiv überprüfbare Informationen über den Anbieter.

Bei Festgeldanlagen ist insbesondere zu prüfen:

  • Wer ist tatsächlich Vertragspartner des Anlegers?
  • Bei welcher Bank wird das Festgeldkonto eröffnet?
  • Ist diese Bank tatsächlich existent und zugelassen?
  • Auf welches Konto soll das Geld überwiesen werden?
  • Wer verfügt über dieses Konto?
  • Liegt eine nachvollziehbare Einlagensicherung vor?
  • Ist der Vermittler für seine Tätigkeit aufsichtsrechtlich zugelassen?

Ein professioneller Internetauftritt beantwortet diese Fragen nicht automatisch.

Auch vermeintliche Vertragsunterlagen, Bankbestätigungen oder Logos bekannter Kreditinstitute sind kein sicherer Beleg dafür, dass tatsächlich ein Festgeldkonto bei der genannten Bank eröffnet wurde.

Hohe Zinsen und ein möglicher Identitätsmissbrauch können ein Warnsignal sein

Ein weiteres Problem können die auf der Plattform beworbenen Zinssätze darstellen. Nach den vorliegenden Angaben werden unter anderem Zinssätze von bis zu 4,6 % in Aussicht gestellt.

Ein attraktiver Zinssatz allein beweist zwar noch keinen Betrug. Anleger sollten jedoch bei ungewöhnlich hohen Zinsversprechen besonders genau prüfen, ob das Angebot tatsächlich von einer regulierten Bank stammt und zu welchen Bedingungen die Anlage erfolgt.

Gerade beim Festgeld besteht die Gefahr, dass Anleger aufgrund der vermeintlichen Sicherheit der Anlage weniger kritisch prüfen. Ein Festgeldangebot bei einer tatsächlich regulierten Bank unterscheidet sich jedoch grundlegend von einer Zahlung an einen unbekannten Vermittler oder an ein Konto, das mit der angeblichen Bankbeziehung nichts zu tun hat.

Im Impressum der Internetseite wird als Betreibergesellschaft eine „Kcod Consulting Sàrl-S“ angegeben.

Nach den derzeit vorliegenden Informationen bestehen allerdings Anhaltspunkte dafür, dass es sich hierbei möglicherweise um einen Identitätsmissbrauch zu Lasten dieser Gesellschaft durch die Betreiber von finanzsparer.com handeln dürfte.

Damit ist nicht gesagt, dass die genannte Gesellschaft tatsächlich hinter dem Angebot steht. Vielmehr sollte gerade dieser Punkt besonders sorgfältig überprüft werden. Anleger sollten sich nicht allein deshalb in Sicherheit wiegen, weil im Impressum der Internetseite ein formal bestehendes Unternehmen genannt wird.

Oliver Busch, Rechtsanwalt

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Was Anleger jetzt beachten sollten

Wer bereits Geld an finanzsparer.com bzw. ZinsKompass Europa überwiesen hat, sollte keinesfalls vorschnell weitere Zahlungen leisten.

Insbesondere bei angeblichen Festgeldanlagen können im weiteren Verlauf zusätzliche Forderungen gestellt werden. Denkbar sind beispielsweise angebliche Gebühren für die Auszahlung, Steuern, Provisionen, Versicherungen oder sonstige Kosten. Solche Zahlungsaufforderungen sollten nicht ungeprüft erfüllt werden.

Betroffene Anleger sollten sämtliche Unterlagen sichern. Dazu gehören insbesondere:

  • E-Mails und Nachrichten mit dem Anbieter,
  • Namen und Kontaktdaten der Ansprechpartner,
  • Vertragsunterlagen,
  • Kontoeröffnungsunterlagen,
  • Überweisungsbelege,
  • Kontodaten des Empfängers,
  • Screenshots der Internetseite,
  • angebliche Bankbestätigungen und
  • sämtliche Informationen zu versprochenen Festgeldanlagen.

Je früher nachvollzogen werden kann, wohin das Geld überwiesen wurde und wer tatsächlich hinter dem Angebot steht, desto besser können mögliche rechtliche Schritte vorbereitet werden.

Das unerlaubte Betreiben von Bankgeschäften oder Finanzdienstleistungen kann unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatzansprüche begründen. In Betracht kommen insbesondere Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 32 KWG beziehungsweise – abhängig von der konkreten Tätigkeit – weiteren aufsichtsrechtlichen Vorschriften.

Wurden Anleger durch falsche Angaben über den Anbieter, die angebliche Bankbeziehung oder die Sicherheit der Geldanlage zu einer Einzahlung bewegt, können darüber hinaus Ansprüche aus unerlaubter Handlung in Betracht kommen. Insbesondere kann § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB (Betrug) relevant sein.

Welche Ansprüche im konkreten Einzelfall bestehen, muss im Einzelfall geprüft werden.

Sie haben bei finanzsparer.com oder ZinsKompass Europa investiert?

Die Frage, ob finanzsparer.com seriös ist, lässt sich angesichts der vorliegenden Warnzeichen nicht mit einem unkritischen „Ja“ beantworten. Die BaFin-Warnung, die fehlende erkennbare Erlaubnis sowie die weiteren Auffälligkeiten sollten Anleger vielmehr zu besonderer Vorsicht veranlassen.

Wer bereits investiert hat und Schwierigkeiten bei der Auszahlung seines Festgeldes feststellt, sollte nicht abwarten. Insbesondere dann, wenn weitere Zahlungen verlangt werden oder der Anbieter nicht mehr erreichbar ist, kann eine zeitnahe rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

Wenn Sie bei finanzsparer.com (ZinsKompass Europa) ein Festgeld abgeschlossen und bereits Geld überwiesen haben, sollten Sie die Angelegenheit rechtlich überprüfen lassen.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner berät Anleger zu möglichen Ansprüchen nach Anlage- und Festgeldbetrug und prüft, welche rechtlichen Schritte im konkreten Fall zur Rückforderung des investierten Kapitals möglich sind.

Nehmen Sie gerne Kontakt zu unserer Kanzlei auf. Wir erörtern mit Ihnen die rechtlichen Möglichkeiten und unterstützen Sie bei der Durchsetzung möglicher Schadensersatz- und Rückzahlungsansprüche.

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